Mittelalterl. Industriebetrieb Hahnenbläuelchen
Mühlenberg und Mühlenbergbach
Gelsdorf, Gemeinde Gransdorf
Beschreibung
Das Ostende des Mühlenbergs berührt das Gransdorfer Hügelgräberfeld und die Gransdorfer Keltenburg, ist aber zeitlich unabhängig von dieser.
Das Westende des Mühlenbergs senkt sich in das Tal des Spanger Bach, an dieser Stelle „Schei“ genannt.
Abgeleitet wird das Wasser des Berges über den Mühlenberggraben bzw. Mühlenbergbach.
Die Suche nach einer großen Mühle ist hier vergebens. Die Antwort gibt das „Hahnenbläuelchen“. Hahnenbläuelchen war ein Bleuelherstellungsbetrieb für die Bleuel der Mühlen. Zum Maschinenantrieb, zum Schleifen etc. benötigte man Wasser. Zu diesem Zweck wurde der Bachlauf in Sektionen unterteilt, denen Maschinen zugeordnet wurden. Betrieben wurden diese „Kleinmühlen“ mit Wasserkraft. So konnten die Gerätschaften planeben geschliffen werden.
Ähnliche Mühlentypen besaßen die Römer und finden sich heute noch in Skandinavien.
Das genaue Datum des Bleuelherstellungsbetriebes konnte bisher nicht ermittelt werden. Die Herstellung von Eisenbleueln wird ins Spätmittelalter datiert. Kaskadenförmige Kleinmühlen werden jedoch den Römern zugerechnet. Die hoch industrielle Zeitphase des Tales „Schei“ fällt ins 11. bis 19. Jahrhundert. Die Industriezone Spanger Bach versorgte die gesamte Region von Salm bis Kyll mit Kalk und Eisenerzen.
Wasserspender für die ins Spanger Tal führenden Bäche war der Saalholzwald, der zu jener Zeit noch weite Bergflächen bedeckte. Die einstigen Wassermengen lagen also bedeutend höher als heute. Der Bach indes existiert weiter.
Parallel zum Mühlenberggraben führt der Illgesgraben den Berg hinunter. Anders als der Mühlenberggraben bezog dieser jedoch sein Wasser von der Hochfläche der Gemarkung Gasthübel. Dort gab es ganzjährig wasserführende „Märchen“ die sowohl die Grangie Gessüfel also auch die Scheiermühle mit Wasser versorgten. [1]
Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale /
Wirtschaft, Gewerbe und Verkehr /
Zeit:
11. - 18. Jahrhundert
Epoche:
Frühmittelalter / Romanik
Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.681079
lat: 50.008341
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Heckenwieschen
Internet
https://www.youtube.com/watch?v=wGNshyeNqAk
Datenquellen
[1] Günter Leers, Spangdahlem, 2023: Römische Villa Breitenacker und das Tal https://www.youtube.com/watch?v=wGNshyeNqAk
Stand
Letzte Bearbeitung: 26.03.2025
Interne ID: 55800
ObjektURL:
https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=55800
ObjektURL als Mail versenden