Herrenhaus eines römischen Gutshofs

Bollendorf, Gemeinde Bollendorf An der römischen Villa
Beschreibung
Villa circa 400 Meter östlich der Kirche an einem Südhang des Sauertals. Von Echternacherbrück auf der Bundesstraße 418 Richtung Bollendorf, am Ortsanfang hinter dem Burgfelsen nach rechts bergauf circa 200 Meter.

Beschreibung:
1907/8 untersuchte das Rheinische Landesmuseum (damals: Provinzialmuseum) Trier das landschaftlich reizvoll gelegene Herrenhaus eines römischen Gutshofes. Das 27 x 23 Meter große Hauptgebäude verkörpert den einfachsten Typ einer römischen sog. Risalitvilla und ist auf einer planierten Fläche im Hang errichtet. Es bestand aus einer Haupthalle, der nach Südwesten ein Säulengang mit zwei seitlich angesetzten Ecktürmen (Risaliten) vorgelagert war. Eine breite Freitreppe in der Mitte des Säulengangs erschloss das Bauwerk von Süden. Aus der Haupthalle führte eine Treppe in den Vorratskeller unter dem Säulengang. An der Westseite der Halle ließ der Hausherr später einen dreigliederigen Badetrakt anbauen. Dieser umfasste im Norden den Heißbaderaum (caldarium), südlich anschließend das Laubad (tepidarium) und das Kaltbad (frigidarium) mit einer eingetieften Wanne; die Feuerstelle (praefurnium) lag in der Haupthalle. Ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt entstand wohl zu Wirtschaftszwecken ein langgestreckter Anbau an der Nordseite der Haupthalle, mit einem eigenen Ausgang nach Osten. Weitere späte Einbauten in Haupthalle und Anbau deuten Nutzungsveränderungen in der Spätzeit an. Die Villa ist im Westen und Norden von einer Traufrinne aus Sandsteinblöcken umrahmt, die an der Nordostecke in ein unterirdisches Sickerbecken mündet. Die Funde stammen überwiegend aus dem 3. - 4. Chr., doch dürften die Anfänge in die Zeit um 100 n. Chr. zurückreichen.
Dank der Initiative des Eifelvereins Bollendorf konnten 1997 Gemeinde, Landesmuseum und Bezirksregierung den Grundstein für einen modernen Schutzbau über den antiken Ruinen legen.

Kuhnen

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Frowein, Dieter, Heckhuscheid, 1995 (Schutzbau)
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Siedlungswesen / Siedlungen
Zeit:
2.-4./5. Jahrhundert nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.368464
lat: 49.851121
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.landesmuseum-trier.de/

Datenquellen
Archäologie zwischen Hunsrück und Eifel - Führer zu den Ausgrabungsstätten des Rheinischen Landesmuseums Trier. 1999. ISBN 3-923319-43-6 (Schriftenreihe des RLM Trier Nr. 15). Online-Shop: www.landesmuseum-trier-shop.de

Bildquellen
Bild 1: © Rheinisches Landesmuseum Trier. 1999
Bild 2: © Rheinisches Landesmuseum Trier. 1999
Bild 3: Ansichtskarte von 1911 http://www.bartko-reher-antiquitaeten.de/xxxframe.htm
Bild 4: © Homepage der Verbandsgemeinde Irrel, 2004. www.irrel.de
Bild 5: © Homepage der Verbandsgemeinde Irrel, 2004. www.irrel.de

Stand
Letzte Bearbeitung: 20.01.2010
Interne ID: 560
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=560
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