Intarabus-Altar

Ernzen, Gemeinde Ernzen Messenweg
Beschreibung
Am nördlichen Ortsrand (Messenweg, ausgeschildert)

Beschreibung:
Wegbauarbeiten führten 1964 zur Entdeckung großer Fundamentblöcke und Architekturteile eines Weihedenkmals, die in das Rheinische Landesmuseum Trier überführt wurden. Die fragmentarisch erhaltene Inschrift nennt als Weihenden einen gewissen Lucius Germanius, der auf eigene Kosten (sua inpensa) dem Gott Intarabus dieses Monument gewidmet hat. Vor Ort wurden als Rekonstruktion ein Altar und ein Baldachin aufgestellt. Nach neueren Untersuchungen gehören jedoch alle Fragmente zu einem einzigen Denkmal, in dessen Nische das Bild des Gottes wohl als Hochrelief zu sehen war. Der keltisch-treverische Gott Intarabus, der dem italischen Mars gleichzusetzen ist, wurde hier auf dem Ferschweiler Plateau in freier Landschaft offenbar als Schutzgott der Landwirtschaft verehrt.

[Goethert in: Archäologie zwischen Hunsrück und Eifel - Führer zu den Ausgrabungsstätten des Rheinischen Landesmuseums Trier. 1999. ISBN 3-923319-43-6 (Schriftenreihe des RLM Trier Nr. 15].


Westlich von Ernzen wurden ein Quaderfundament und bearbeitete Sandsteinfragmente gefunden, unter denen sich ein giebelförmiger Stein mit der Darstellung eines Gefäßes (Kantharos) befand. Daraus ließ sich ein Weihedenkmal des frühen 2. Jahrhunderts n. Chr. rekonstruieren.

Wichtig für die Deutung dieses Fundes ist die nur teilweise erhaltene Inschrift: (Marti In)tarabo (aediculam) sua impensa.... L. Germanius (restituit) ...s d(ono) d(edit)

Dem (Mars I)ntarabus hat L. Germanius ....us (eine Kapelle) auf eigene Kosten (erneuert) und zum Geschenk gegeben. Sie besagt also, daß ein L. Germanius - sein voller Name ist nicht zu rekonstruieren - dieses Weihedenkmal auf eigene Kosten dem Intarabus gestiftet beziehungsweise wiedererrichtet hat, was ihn als wohlhabenden Mann ausweist. Der genannte Gott Intarabus ist von mehreren Inschriften bekannt. Seine Verehrung, unter anderem als Beschützer der Felder, ist auf das Gebiet der Treverer beschränkt. Er wurde in römischer Zeit mit dem Gott Mars gleichgesetzt. Von der Kultstatue, die in der Kapelle stand, ist leider nichts mehr erhalten.

Die Rekonstruktion vor Ort besteht aus Kunststein und zeigt einen Altar mit der Inschrift und einen Baldachin für die Statue.

Die Zeichnung vor Ort stellt einen anderen Vorschlag dar, bei der die gefundenen Teile zu einer Aedicula, also einer kleinen Kapelle, die die Kultstatue enthielt, zusammengesetzt wurden.

(Homepage der Verbandsgemeinde Irrel. 2002.)


In der Südeifelgemeinde Ernzen führten 1964 Wegebauarbeiten zur Entdeckung großer Fundamentblöcke und Architekturteile eines Weihedenkmals, die in das Rheinische Landesmuseum Trier überführt wurden. Die fragmentarisch erhaltene Inschrift nennt als Weihenden einen gewissen Lucius Germanius, der auf eigene Kosten (sua inpensa) dem Gott Intarabus dieses Monument gewidmet hat. Vor Ort wurden als Rekonstruktion ein Altar und ein Baldachin aufgestellt. Nach neueren Untersuchungen gehören jedoch alle Fragmente zu einem einzigen Denkmal, in dessen Nische das Bild des Gottes wohl als Hochrelief zu sehen war. Der keltisch-treverische Gott Intarabus, der dem italischen Mars gleichzusetzen ist, wurde hier auf dem Ferschweiler Plateau in freier Landschaft offenbar als Schutzgott der Landwirtschaft verehrt. Westlich von Ernzen wurden ein Quaderfundament und bearbeitete Sandsteinfragmente gefunden, unter denen sich ein giebelförmiger Stein mit der Darstellung eines Gefäßes (Kantharos) befand. Daraus ließ sich ein Weihedenkmal des frühen 2. Jahrhunderts n. Chr. rekonstruieren. Wichtig für die Deutung dieses Fundes ist die nur teilweise erhaltene Inschrift:

DEO INTARABO TEMPLVM SUA IMPENSA... L. GERMANIUS (restituit) ...S D(ono) D(edit)

Dem Intarabus hat L. Germanius eine Kapelle auf eigene Kosten (erneuert) und zum Geschenk gegeben. Sie besagt also, dass ein L. Germanius - sein voller Name ist nicht zu rekonstruieren - dieses Weihedenkmal auf eigene Kosten dem Intarabus gestiftet beziehungsweise wiedererrichtet hat, was ihn als wohlhabenden Mann ausweist. Der genannte Gott Intarabus ist von mehreren Inschriften bekannt. Seine Verehrung, unter anderem als Beschützer der Felder, ist auf das Gebiet der Treverer beschränkt. Er wurde in römischer Zeit mit dem Gott Mars gleichgesetzt. Von der Kultstatue, die in der Kapelle stand, ist leider nichts mehr erhalten. Die Rekonstruktion vor Ort besteht aus Kunststein und zeigt einen Altar mit der Inschrift und einen Baldachin für die Statue.

[Lothar Monshausen, Bitburg, 2012.]

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Sakralbauten / Altäre
Zeit:
1. Hälfte 2. Jahrhundert nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.426349
lat: 49.841324
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.landesmuseum-trier.de/

Datenquellen
- Archäologie zwischen Hunsrück und Eifel - Führer zu den Ausgrabungsstätten des Rheinischen Landesmuseums Trier. 1999. ISBN 3-923319-43-6 (Schriftenreihe des RLM Trier Nr. 15). Online-Shop: www.landesmuseum-trier-shop.de
- Homepage der Verbandsgemeinde Irrel, 2002.
- Lothar Monshausen, Bitburg, 2012.

Bildquellen
Bild 1: © Homepage der Verbandsgemeinde Irrel, 2003. www.irrel.de
Bild 2: © Homepage der Verbandsgemeinde Irrel, 2003. www.irrel.de
Bild 3: © Hubertus Backes in: Archäologie u. Geschichte des Ferschweiler Plateau
Bild 4: © Lothar Monshausen, Fotostream http://www.flickr.com/photos/lomo56/tags/meteorite/
Bild 5: © Lothar Monshausen, Fotostream http://www.flickr.com/photos/lomo56/tags/meteorite/
Bild 6: © Lothar Monshausen, Fotostream http://www.flickr.com/photos/lomo56/tags/meteorite/

Stand
Letzte Bearbeitung: 15.06.2012
Interne ID: 573
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=573
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