Verdachtsstelle auf römische Ziegelbrennerei

Pickließem, Gemeinde Pickließem

Beschreibung
Randbereich Hellscheider Graben, Gemarkung Pickließem
mit angrenzenden ausgedehnten Flächen bis Postberg Spangdahlem.

Die römische Siedlungsstelle liegt unmittelbar angrenzend an einen spätmittelalterlichen und neuzeitliche Kalksteinbruch und an ein frühzeitliches Hügelgräberfeld
(Fundstelle 801 , ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=13052)

Obwohl bisher nicht archäologisch untersucht, kann man die Existenz der Siedlungsstelle als sicher ansehen. Arbeitsstellenverdacht bedingt durch Funde.
Objektgröße (Gebäude) ohne Untersuchungen nicht maßstäblich definierbar, gesch. ca. 50 * 30 m
Objektgröße (Öfen) ohne Untersuchungen nicht genau definierbar, geschätzt ca. 50 * 50 m
Objektgröße (Lagerflächen) ohne Untersuchungen nicht genau definierbar, gesch. ca. 500 * 200 m

Zustand der Fundstelle:
Hauptfläche mit Ackergelände, seit römischen Zeiten beackert. Status April 2026: gepflügt, wetterbedingt abgetrocknet, auffällig visuell flächige kalkfarbene Ornamentstruktur an der Boden Oberfläche. Durch Beackerung zerfahren und zerstreut.

Siedlungsgebäude entsprechend Funden:
Kalksteingebäude, architektonisch mit geschliffenen Sandsteinelementen abgesetzt. Glasierte Sandstein- und römische Ziegelfragmente lassen auf Fliesen schließen.

Ofenanlage entsprechend Funden und Luftaufnahmen:
Mehrere großformatige Öfen. Strukturen aus Kalkstein, Lehm und Ton. Glasurreste. Glasierte Holzkohle-Reststücke, gestreute Ziegelsplitter römischer Steinware mit und ohne Glasuranhaftungen. Erdreich der Fundstelle als verwendbares Material für bauliche Objekte und Gebrauchsware. Funde deuten auf Ziegelherstellung und Glasur/Lasur von Ziegeln, eventuell Fliesen und Halbschalen. Obwohl oberirdisch über dem mittelalterlichen Eisenerzbergwerk Pickließem befindlich, an dieser Stelle keine Spuren von geschmolzenem Eisenerz auffindbar.
Brennöfen können jedoch einer weiteren Siedlerstelle in ca. 300 - 500 m Entfernung zugeordnet werden.

Lagerflächen:
Definierbar entsprechend Luftaufnahmen, beidseits des Hellscheider Grabens auf eine Länge von ca. 500 m und einer Breite von je ca. 100 m beidseits des Bachs. Visuell nur bedingt erkennbar.

Boden/Grundstückbeschaffenheit:
Stark kalkhaltiger Oberboden (Ackerflächen), Waldboden (im Bereich Hügelgräberfeld), darunter grauer Ton, Übergang zu gelbrotem Lehm, darunter gelber Sand, unter diesem feuchtigkeitshaltender orangeroter klebender Sand, übergehend in Bodenschicht mit sandartiger Quarz/Kieschicht (Kleinkörner ca. 1-3 mm Stärke). Darunter Kiesschicht mit Standardgrößen in Sand eingebettet. Darunter schließlich feste Gesteinsschicht bzw. großformatige Kies/Kalksteinbrocken mit Bohnerz - Einschlüssen ab ca. 1,50 m unter Oberfläche. [1]

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Wirtschaft, Gewerbe und Verkehr / Rohstoffgewinnung und -verarbeitung
Zeit:
Circa 500 vor Chr. bis circa 500 nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.666940
lat: 49.985001
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Rahlsheck

Internet
https://www.youtube.com/@keltentrevererundromer-xk3zp

Datenquellen
[1] Günter Leers, 2026.

Bildquellen
Bild 1: © Günter Leers, Spangdahlem, 2026.

Stand
Letzte Bearbeitung: 28.05.2026
Interne ID: 57660
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=57660
ObjektURL als Mail versenden