Kasselt

Wallendorf, Gemeinde Wallendorf
Beschreibung
Fläche:
a) heute sichtbare Grabenfläche: nicht ermittelt
b) Fläche des Wallkörpers: 12500m²
c) zu Bebauungszwecken nutzbare Innenfläche: 404830 m²
insgesamt: 4173,3 ar

Vermessung: März 1981 (Koch)

Forschungsgeschichte: Ein Römisches Kastell bei Wallendorf an der Sauer auf einer Bergkuppe am linken Ufer des Grenzflusses zwischen Luxemburg und Deutschland wird schon 1842/43 beschrieben.

Auch Steininger erwähnt diesen Platz als römisches Lager. Über römische Münzfunde, Ziegel und Mauerreste wissen Schannat/Bärsch zu berichten. Als Befestigungsschutz für die gesamte Hochfläche erkannte man nur einen doppelten Graben auf dem schmalen felsigen Grat, dem Verbindungsstück zum höher gelegenen Bocksberg.
Steinhausen beschreibt 1932 diese Annäherungshindernisse als 15m breite und 4-5 Meter tiefe Einschnitte. Er erfaßte sie als letzter lagemäßig in seiner Abb. 36. Der eigentliche Umfang der Anlage, ihre Randbefestigung auf der Nord- und Ostseite werden 1980 bei einer Geländebegehung vom Verfasser erkannt. Wenige Tage danach gelingt es zusammen mit A. Haffner und H. Löhr, auch auf der Westseite Befestigungsspuren auszumachen.

Die Vermessung erfolgte im Frühjahr 1981. Danach ordnete Haffner im Sommer 1981 eine Untersuchung des Randwalles an der äußersten Nordostseite an. Über die Grabung wird Haffner einen detaillierten Bericht geben.

Die Ausgrabung, die insgesamt nur wenige Tage dauerte, nahm P. Nospes vor, und der Verfasser fertigte in einigen Tagen die Profil- und Planumspläne.

Für den Schnitt wurde eine Stelle ausgesucht, an der im letzten Krieg ein Stellungsloch angelegt worden war. Dadurch stieß man schnell auf waagerecht gesetzte Steine. Während sich am Steilhang die äußere Mauersetzung durch zwei bis drei Schichtlagen mit zwei Nischen zur Aufnahme vertikaler Stützbalken deutlich zeigte, ist die Linienführung an der Innenseite nur zu vermuten. Die Gesamtmauerbreite dürfte knapp über 3,50 Meter betragen. Das Gefalle vor der Mauer hat eine Neigung von 1:1. Fundmaterial wurde im Mauerkern und unmittelbar hinter dem Befestigungswerk angetroffen.

Funde: Grabung 1981: Keramik und eine Bronzefibel sind spätlatenezeitlich.

Oberflächenfunde: steinzeitliche Werkzeuge, keltische Gold- und Silbermünzen, römische Keramik, darunter Terrakotten, römische Münzen und Fibeln.

Zeitliche Einordnung: Spätlatenezeitliche Befestigungsmauer, vermutlich Murus-gallicus-Technik.
Römische Besiedlungsphase, Mauerreste wurden auf einer Fläche von 4-5 Hektar angetroffen. [1]

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Befestigungen / Ringwälle
Zeit:
Circa 100-0
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.300424
lat: 49.870526
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Castelsberg, Casselt, Kasselt, Kassel

Internet
http://www.landesmuseum-trier.de/

Datenquellen
[1] Vor- und frühgeschichtliche Burgwälle des Regierungsbezirkes Trier und des Kreises Birkenfeld. Von Karl-Heinz Koch und Reinhard Schindler. Selbstverlag des Rheinischen Landesmuseums Trier 1994. Online-Shop: www.landesmuseum-trier-shop.de

Bildquellen
Bild 1: Google Earth
Bild 2: Google Earth

Stand
Letzte Bearbeitung: 19.06.2007
Interne ID: 5780
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=5780
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