Sankt Matthias

Trier-Süd, Stadt Trier Matthiasstraße 85
Beschreibung
Die Benediktinerabtei Sankt Matthias überstand die Kriege des 17. Jahrhunderts unzerstört, da sie von allen Abteien Triers weit außerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung gelegen war. Baubeginn der Kirche im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts, Vollendung durch Abt Bernulf 1024-1050. Die Benediktinerabtei ist eine besonders gut erhaltene mittelalterliche Klosteranlage, obwohl sie auch während der Säkularisierung 1802 aufgehoben wurde und einige Gebäude teilweise niedergerissen wurden. Im Jahre 1922 wurde sie wieder von Benediktinern besiedelt. Bereits 1933 wurde der Kreuzgang wiederhergestellt und in den Jahren 1964-67 umfassende statische Sicherungen und Restaurierungen der Kirche durchgeführt. Die Kirche Sankt Matthias ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit turmbekröntem Westbau und zwei Chorflankentürmen.

56221 Trier
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> Die Abtei Sankt Matthias
Südlich in der Verlängerung der Saarstraße liegt die Benediktinerabtei Sankt Matthias. Die Abtei ist eines der bedeutendsten Bauwerke Triers und verfügt über zahlreiche Kunstschätze. Vermutlich war dort die erste christliche Gemeinde Galliens entstanden. Man verehrt in der Hauptsache die ersten Trierer Bischöfe Valerius und Eucharius. Den heutigen Bau hat man im Jahre 1127 errichtet und dabei die Reliquien des Apostels Matthias gefunden, dessen Gebeine man zuvor zum Schutz vor Plünderungen so gut versteckt hatte, dass man sie lange nicht wiederfand. Das Apostelgrab war lange Zeit Ziel von Pilgerfahrten.

In der Schatzkammer verfügt man über eine Staurothek, in der ein Stück des Heiligen Kreuzes aufbewahrt wird. Damit verfügt die Abtei über eine der wichtigsten Reliquien überhaupt. 1220 entstand eine Einfassung, die die Holzpartikel sichtbar lässt. In anderen zwanzig Feldern sind weitere Reliquien verewigt. Die Einfassung ist mit das schönste Kunstwerk Triers.

Die Front der Basilika zeigt deutlich eine lange Baugeschichte. Der Grundbau wurde um etwa 1150 beendet. Unter Abt Leven wurden um 1500 ein spätgotisches Sterngewölbe, gotische Fenster, die Apsis und der östliche Teil der Krypta hinzugefügt. Im Barockstil wurden um 1650 Voluten auf die Giebel gesetzt und Anfang des 18. Jahrhundert die Portale im französischen und italienischen Stil erbaut. Das mittlere Portal zeigt die Statuen des Matthias, des Begründers Benedikt und dessen Schwester Scholastika. 1786 bekrönte man die Türme.
Im Inneren der Kirche beeindruckt zunächst das harmonische und klare Mittelschiff. Die Seitenschiffe lassen noch die romanischen Gewölbe erkennen, die 1750 um eine Gipsdekoration ergänzt wurden. Der Blick in Richtung Altar zeigt das Apostelgrab und das interessant gearbeitete Gewölbe. Unter dem Chor kann der Besucher die Krypta besichtigen, in der zahlreiche Sarkophage stehen (u. der des Valerius und des Eucharius).
Führungen nach vorheriger Anmeldung im Pfarramt (0651-3 26 34)
© 1998 by Global.TRIER.net . Version 3.0 vom 02.01.1998

>> Der erste Trierer Bischof Eucharius war im für Christen unsicheren 3. Jahrhundert im Haus der Senatorenwitwe Albana, in der Nähe der heutigen Benediktinerabtei, untergeschlüpft. In Albanas Hausgruft soll er auch begraben worden sein. Als man um 1127 gerade mit einem Neubau für seine Gebeine begonnen hatte, da fanden sich plötzlich die Reliquien des Apostels Matthias. Eucharius geriet in Vergessenheit. Die 1160 fertiggestellte, romanische Abteikirche Sankt Matthias hätte eigentlich zwei Türme bekommen sollen, doch heute sieht man schon von weitem nur einen hohen imposanten Mittelturm. Seine romanische Schwere wurde später entschärft. Ein barockes Portal ließen die Benediktiner 1720 unten davor und eine klassizistische Balustrade mit Vasen 1786 obendrauf setzen. Wem dieser Stilmix nicht zusagt, der sollte im Pfarrhaus nachfragen, ob ein Blick in die düstere Albanagruft unter dem Friedhof mit ihrem römischen Sarkophag gestattet ist.

Medardstraße (Trier-Süd), täglich 7.00 bis 18.00 Uhr
entnommen aus Krams Trier für Anfänger und Fortgeschrittene, überarbeitet für Internet von Hans Blofeld)

>>> Geschichte: Auf dem südlichen Trierer Gräberfeld hatte sich um die Grabkirche der ersten Bischöfe Sankt Eucharius und Sankt Valerius seit dem 3./4. Jahrhundert eine Klerikergemeinschaft gebildet, die zwischen 970 und 980 von den Trierer Erzbischöfen in einen benediktinischen Mönchskonvent umgewandelt wurde. Eine Blütezeit erlebte die Abtei im 12. Jahrhundert, als man die jetzige Kirche baute und dabei - so die Berichte der Mönche - die Reliquien des Apostels Matthias fand.

Es entwickelte sich von da an eine rege Matthias-Wallfahrt, die bis heute lebendig ist. Den heutigen Klosterbau errichtete im 13. Jahrhundert Abt Jakob unter zisterziensischem Einfluss. Nach einem Niedergang des geistlichen Lebens führte Abt Johannes Rode, ein Trierer Bürgersohn und ehemaliger Kartäuser, zwischen 1421 und 1435 eine Reform durch, die über Trier hinaus Bedeutung erlangte, u.a. auch für die werdende Bursfelder Benediktinerkongregation, der sich Sankt Matthias noch vor 1460 anschloss und bis zur Säkularisation und Aufhebung der Abtei (1802) angehörte. 1922 wurde das Kloster von Seckauer und Maria Laacher Mönchen unter Abt Laurentius Zeller neu besiedelt. Von der Gestapo 1941 neuerlich vertrieben, kehrte der Konvent nach Kriegsende zurück.

Sehenswürdigkeiten: Romanische Basilika mit spätmittelalterlichem Gewölbe und Ostchor-Fenster (Kreuzesdarstellung) u.a. Meter.

Unterkunft: Im Gästeflügel der Abtei (nur für schriftlich angemeldete Gäste).

Gottesdienste: (So) 10.00 Konventamt; 18.00 Vesper; (Wo) 5.45 Morgenlob; 18.15 Vesper, Eucharistiefeier; (Sa) 15.00 Vesper.

Mitglieder: 21.

Tätigkeiten: Berufstätigkeiten im handwerklichen, administrativen, sozialen, seelsorglichen, pädagogischen, wissenschaftlichen und publizistischen Bereich werden innerhalb und außerhalb der Abtei ausgeübt; Klosterladen.

Angebote: Die Gemeinschaft nimmt Einzelgäste und Gruppen (Frauen und Männer) auf, die sich zurückziehen, an den Gottesdiensten teilnehmen oder mitarbeiten wollen. Glaubensgespräche und Begleitung bei Einzelexerzitien werden ebenfalls angeboten.

Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz; Klosterführer
http://www.kath.de/gruenewald/kloster/kl15600.htm

> Wallfahrt zu: Apostel Matthias
(Homepage Bistum Trier 12/2001)

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Klosteranlagen
Zeit:
Circa 500 nach Chr. bis circa 1220
Epoche:
Frühmittelalter / Romanik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.632700
lat: 49.738109
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.abteistmatthias.de/

Datenquellen


Bildquellen
Bild 1: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/
Bild 2: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/
Bild 3: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/
Bild 4: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/
Bild 5: Album de Trèves. Trèves, chez FR. LINTZ, éditeur et librair; 1840.
Bild 6: © Lothar Monshausen, Fotostream http://www.flickr.com/photos/lomo56/tags/meteorite/

Stand
Letzte Bearbeitung: 20.07.2010
Interne ID: 6210
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=6210
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