Barsberg

Forsthaus Barsberg, Gemeinde Bongard
Beschreibung
Das Naturschutzgebiet Barberg

Hermann Bauer
Im Kreis Daun, zwischen den Dörfern Gelenberg, Bongard und Bodenbach gelegen, erhebt sich, erd- und naturgeschichtlich, und geschichtlich von gleicher Bedeutung, der fast 600 Meter hohe Basaltkegel des Barsberges.

Die Größe dieses Schutzgebietes, das unter Natur- und Landschaftsschutz steht, ist mit 14,83 Hektar angegeben.
Der Barsberg ist eine alte Kultstätte. In der Mitte der Bergkuppe etwa, erhebt sich ein durchgestoßener Basaltblock von zweimal 23 Meter Länge. Er ist auf der Ostseite 10 Meter breit und 5 Meter hoch, auf der Westseite beträgt seine Breite circa 20 Meter bei einer Höhe von 4 Meter Nach Norden hin fällt der Basaltblock allmählich ab. Die sechseckigen Basaltsteine auf der Südseite sind wahrscheinlich zum Bau der Barsbergbefestigungen verwandt worden. Nach Meinung der Archäologen war dieser Basaltblock eine Kultstätte der frühgeschichtlichen Bewohner dieser Gegend, zumal wir ja auch heute noch auf vielen Kuppen unserer Eifelvulkane christliche Kirchen und Kapellen vorfinden, die bekanntlich häufig die vorchristlichen Kultstätten ablösten, um dem Christentum leichteren Eingang in die Bevölkerung zu verschaffen. Hier sei der Heyerberg bei Borler mit der Heyerbergkapelle, sowie der Schwarzenberg bei Kelberg genannt.

Die Bäume auf dem Barsberg sind alle über 180 Jahre alt, die Überhaltbuchen bereits über 300 Jahre. Rätselhaft ist, daß die Esche, die sonst nur auf feuchtem Boden gedeiht, hier auf jedem Basaltblock wächst. Vielfältig ist auch die übrige Flora des Barsberges. Neben vielen anderen Bäumen, Sträuchern und Pflanzen findet man hier die Bergulmen, Ahorn, Weißdorn, Holunder, Schneeball, Seidelbast, wilde Stachelbeere und Johannisbeere, wilde Kirschen, Haselnußstrauch und Hainbuche. Außerdem kann der Besucher hier den Aronstab, Lerchensporn, Wurm- und Adlerfarn, Sternmiere, Hundsveilchen, Buschwindröschen, Fuchskreuzkraut, Waldwachtelweizen, Weidenröschen, Storchschnabel, Springkraut, Baldrian und viele andere Blüten und Gräser mehr bewundern.
Zu der eingangs erwähnten befestigten Kultstätte sei noch folgendes erwähnt. Das Heiligtum, welches sich auf dem durchgestoßenen Basaltblock befand, ist von einer circa 600 Meter langen Ringmauer umgeben, die heute noch etwa einen Meter hoch ist, früher jedoch, wie die Erhöhung auf der Südseite zeigt, wahrscheinlich 6 bis 7 Meter erreicht hat. Hinter dieser Ringmauer, die mit Ausnahme eines Teils der Nordseite vollständig erhalten ist, war ein tiefer Graben, — dessen Tiefe sich nur vermuten läßt, — den wir an der Nordostseite des Berges noch relativ gut erkennen können. Der äußere Ringwall ist oval, die Spitze zeigt nach Süden. Vermutlich stand hier einmal ein Spähturm, da hier die Vulkansteine noch circa 4 Meter hoch liegen. Von dieser Spitze etwa 80 Meter auf der Ostseite der äußeren Ringmauer in nördlicher Richtung, befindet sich die innere Ringmauer, die sich von Osten nach Westen zieht und mit einer Länge von 85 Meter die beiden Seiten der äußeren Ringmauer verbindet. Sie bildet mit dem naturgewachsenen Basaltblock, dem sie 20 Meter südwärts vorgelagert ist, ein letztes Verteidigungswerk. In der Ringmauer findet man zwei große Löcher mit einem Durchmesser von 3 bis 4 Meter und einer Tiefe von 1 1/2 bis 2 Meter. Diese lassen auf irgendwelche Festungsanlagen beziehungsweise Türme schließen.
Ein kleiner Teil dieser Ringmauer, etwa 2 m, ist noch unversehrt erhalten. Da dieses Mauerwerk ohne Mörtel errichtet worden ist, kann man daraus schließen, daß es mindestens 2200 Jahre alt sein muß, da nach 300 v. Chr. kein Mauerwerk mehr ohne Mörtel errichtet worden ist.
Der Aufgang zur Basbergbefestigung, von den Erbauern nach strategischen Gesichtspunkten angelegt, schlängelt sich von der Westseite zur Bergkuppe hin, nicht breiter als eine gewöhnliche Waldschneise und nur jeweils von einer Person begehbar. Im Laufe der Zeitgeschichte hat diese befestigte Kultstätte ihre Bestimmung mehrfach geändert, bedingt durch die Völkerwanderungen. Die Germanen, die den Berg als Festung und Kultstätte erkannten, gaben dieser wohl auch ihren Namen. Die Ansicht, daß der Barsberg den Völkern schließlich zur Fluchtburg diente, wird durch folgende Erscheinung erhärtet:
Von der Ostseite der äußeren Ringmauer in der Südhälfte der Bergkuppe ziehen im Abstände von etwa 20 Meter drei Basaltsteinwälle durchschnittlich etwa 15 Meter zum Berginnern.
Möglicherweise fand in den Zwischenräumen das Vieh in Notzeiten — die nicht selten waren — seine Stallung.
Vor einigen Jahren noch fand man auf der Kuppe gelegentlich der Abzäunung des Steinbruchs auf der Nordseite des Berges Scherben aus terra sigilata und terra nigra. Die Grabhügel, die sich am Fuße des Berges zu beiden Seiten des Waldweges nach Gelenberg befinden, enthalten die wertvollsten Zeugen einer vergangenen Zeit. In einer Grabstätte fand man Urnen, Lanzen, Pfeilspitzen und Münzen, wahrscheinlich römischen Ursprungs.
Auch heute noch finden immer und immer wieder neben den zahlreichen Wissenschaftlern viele Naturfreunde den Weg zu diesem historischen Ort.

Einordnung
Kategorie:
Naturobjekte / Naturlandschaften /
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.84694
lat: 50.293426
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Barsberg

Internet
http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1975/hjb1975.15.htm

Datenquellen
Hermann Bauer im Heimatjahrbuch Daun 1975. http://www.jahrbuch-daun.de/

Bildquellen
Bild 1: http://www.harry-d.de/bongard/index.php
Bild 2: Google Earth

Stand
Letzte Bearbeitung: 27.12.2007
Interne ID: 6451
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=6451
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