Hersdorfer Schlösschen

Niederhersdorf, Gemeinde Hersdorf Altburgstraße 12
Beschreibung
Hakenhof: im Kern wohl noch mittelalterliches Wohnhaus mit Treppenturm, Keller ehemals bezeichnet 1509. [1]

Als ersten Inhaber des Lehens kennen wir walterus de erlingesdorf aus einer Vogturkunde vom Jahr 1103; die von Herstorff bleiben im Besitz bis zum Jahr 1494, dann folgen mit Dietrich die von Aer. Das Gut gelangte durch Heirat an Johann Karl von Botzheim, der auch im Jahr 1597 damit belehnt wurde. Nach einem Ehewappen und der Zahl 1509 über dem Kellereingang des Treppenturms erbauten die von Aer das noch im wesentlichen erhaltene Haus.

Das Erdgeschoss enthält auf der Mitte eine durchgehende Küchendiele, mit heizbaren Wohnräumen zur Seite. Der schmale Raum an der Rückwand ist tonnengewölbt. Der von der Küche aus zugängliche runde Treppenturm ist fast ganz eingebaut. Die beiden Obergeschosse mit sechs Achsen Front, vor der fünften ein Halbturm für die Treppe.

Von zwei erhaltenen alten Fenstern zeigt das eine noch den alten spätgotischen Dreipaßsturz und Mittelpfosten. Das Erdgeschoss erhielt im Jahr 1660 eine zweiläufige Freitreppe mit Treppenwange in glattem Stein, die Podestbrüstung durch Sandsteintraillen ausgezeichnet. Das Barockportal mit geradem Sturz, und fortlaufend gebrochenem Pfostenprofil. Gleichzeitig wurden die Fensteröffnungen vergrößert, im Erd- und Obergeschoß Stuckdecken aus dieser Zeit. Im östlichen Zimmer des Obergeschosses der Rest eines Kamins in Spätrenaissanceformen, gerades Gesims auf Konsolen und ehemals mit dem Ehewappen Aer und Bentzerat vom Jahr 1561. Im Erdgeschoss ein Kamin mit dem Ehewappen Aer (zwischen Hirschgeweih Schildchen, worin zwei Balken) und einem Schild, worin ein heraldischer Adler. Auf der Stirnfläche der Kaminwange heraldisch rechts Schild, worin zwei Balken, heraldisch links Schild, worin z, Z, 2 Ringe (Hersdorf ?). In der Küchendiele eine eiserne Kaminplatte, worauf geteiltes Wappen, oben ein Jagdhorn, unten 3 Rosen balkenweise; der Helm trägt ein Jagdhorn. Daneben ein Wappenschild, worin Zahnkreuz (Benzenrath ?). Eine Ehe Niklas von Aer und Magdalene von Benzenrat ist 1,961 und 1577 urkundlich nachweisbar. Auf der Mitte der großen Platte eine Mutter Gottes mit dem Kinde, auf der Mondsichel stehend. Eine am Treppenturm eingelassene rechteckige Steinplatte mit geradem Sturz und einem ganz zerstörten Ehewappen darauf stammt vermutlich aus der Erbauungszeit. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wohn- und Wirtschaftsgebäude / Bäuerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Zeit:
1509
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.504856
lat: 50.173547
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.hersdorf-eifel.de/

Datenquellen
[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2010.
[2] Ernst Wackenroder; Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz; 1928

Bildquellen
Bild 1: Ernst Wackenroder; Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz; 1928
Bild 2: By Norbert Rosskopp, Schönecken (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Stand
Letzte Bearbeitung: 16.05.2014
Interne ID: 6555
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=6555
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