Kalkofen

Niederehe, Gemeinde Üxheim
Beschreibung
In den Jahren 1833/1834 wurde im heutigen Bereich der Verbandsgemeinde Hillesheim der erste bisher urkundlich sicher nachgewiesene Kalkofen auf dem jetzigen Firmengelände des Zementwerks Wotan errichtet. Erbauer waren Heinrich Müller und die Familie Schmidt. Bei dem alten Kalkofen handelt es sich um die restaurierten Reste einer kleinen Kalkbrennerei der Familie Nelles aus Nohn. Die Kalkbrennerei war bis 1938 in Betrieb.

Seit römischer Zeit bis gegen Ende des 2. Weltkriegs deckten ähnlich kleine Kalkbrennereien (bäuerliches Kalkbrennen) in der Eifel den örtlichen Bedarf an Bau- und Düngekalk.

Die Öfen der alten Kalkbrennereien (4 Schacht-Trichter-Öfen) wurden mit Holz und Reisigbündeln (Schanzen) befeuert. Aufgrund der Schanzenfeuerung wurden meist nur relativ geringe Temperaturen erreicht.

Die einfachen Kalköfen waren in der Regel 4 bis 6 Meter hoch. Für eine Ofenfüllung benötigte man circa 450 Zentner kleinstückig (circa 10 - 15cm Durchmesser) gebrochenen Rohstein.

Zwei oder drei Mann mußten während des Brennvorganges Tag und Nacht Wache am Kalkofen halten und Schanze für Schanze (2.000 - 3.000 Schanzen) in den Brennraum schieben.

Aus den eingegebenen 450 Zentnern Kalk- beziehungsweise Dolomitstein konnte man circa 200 - 250 Zentner Stückkalk gewinnen. Der fertige Branntkalk wurde dann von hier aus als Bau- oder Düngekalk ausgeliefert. Heute haben moderne industrielle Anlagen zur Herstellung von Kalkprodukten die alten Kalköfen der Eifel verdrängt. [1]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wirtschaft, Gewerbe und Verkehr / Kalköfen
Zeit:
1833-34
Epoche:
Klassizismus

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.774755
lat: 50.316129
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf dem vordersten Stein

Internet
http://www.hillesheim.org/geopfad/gpindex.htm

Datenquellen
[1] Wanderkarte Nr. 16 des Eifelvereins. 1:25.000 "Urlaubsregion Hillesheim". Ausgabe 2001. ISBN 3-921805-18-X

Bildquellen
Bild 1: © Clemens Baasch, 54570 Wallenborn, 2010.
Bild 2: © Clemens Baasch, 54570 Wallenborn, 2010.

Stand
Letzte Bearbeitung: 13.05.2010
Interne ID: 6767
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=6767
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