Friedhofskapelle (2)

Meckel, Gemeinde Meckel
Beschreibung
Um 800 wird Meckel mir seiner Kirche in einer Schenkungsurkunde an die Abtei Echternach erstmals urkundlich erwähnt.

Die alte Pfarrkirche Sankt Bartholomäus liegt am Hang südlich des Ortes und dient heute als Friedhofskapelle. An einen romanischen Turm des 12. Jahrhunderts schließt sieh versetzt nach Südosten das um 1500 zu datierende spätgotische Kirchenschiff mit dem etwas älteren Chor an. Der heute gedrungen wirkende dreigeschossige Turm verlor 1896 seine beiden oberen Geschosse. Von der romanischen Kirche hat sich sonst nur der profilierte Teil eines Türsturzes - er ist heute neben dem Turm in der Nordwand des Kirchenschiffes außen eingemauert - erhalten.

Das Kirchenschiff über quadratischem Grundriss gehört als Einstützenraum einer Sonderform der gotischen Kirchenarchitektur an. Auch der eingezogene Chor zeigt einen rechteckigen Grundriss. Spitzbogige Fensteröffnungen mit Maßwerk belichten den Raum, dessen Kreuzrippengewölbe von dem mittleren Achteckpfeiler und von Wanddiensten getragen wird. Die Schlusssteine sind mit Wappenscheiben, Ornamentscheiben und figürlichen Darstellungen verziert. Im Chor schmücken barocke Malereien von 1672 die Gewölbesegel. Dargestellt sind die vier Evangelisten mit ihren Symbolen und die Heiligen Bartholomäus, Cäcilia, Barbara, Helena, Luzia, Katharina, Margarethe und Apollonia. Sie wurden bei der letzten Restaurierung 1978 freigelegt. Das barocke Altarretabel mit gewundenen Säulen enthält eine Holzskulptur des Kirchenpatrons. Barock sind auch die Kanzel, die Kommunionbank und die Steinfigur einer weiblichen Heiligen. Beachtung verdient auch der altertümliche Fußbodenbelag aus Sandsteinplatten.

Der Friedhof zeichnet sich dadurch aus, daß die meisten - auch seiner jüngeren - Grabkreuze und Denkmäler nicht der Serienfabrikation entstammen, sondern Bildhauerarbeiten aus rotem Sandstein sind. Er gilt so als einer der schönsten im Bitburger Land. [1]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Kapellen
Zeit:
12. Jahrhundert
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.518159
lat: 49.888115
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.bitburgerland.de/index.php?id=346

Datenquellen
[1] Michael Berens: Die Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes. Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes. Sondernummer 8/9 1992. Fotos: Heinz Drossard. http://www.gak-bitburg.de/bericht/Heft_8_9.pdf

Bildquellen
Bild 1: Heinz Drossard in: Michael Berens: Die Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes.
Bild 2: Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz; Band Kreis Bitburg; Düsseldorf 1927

Stand
Letzte Bearbeitung: 17.01.2010
Interne ID: 7466
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=7466
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