Ehemaliger Warsberger Hof

Alterhof, Gemeinde Fisch
Beschreibung
Gebäudegruppe aus drei Hofanwesen im nordöstlichen Winkel der Straßenbiegung.

Die vom Tal zum Hang ansteigenden Wohn- und Nebengebäude bilden den Restbestand des von 1557 bis 1839 im Besitz der Freiherren von Warsberg befindlichen Hofgutes. Da einige Gebäude abgebrochen wurden und neue Nebengebäude im 19. Jahrhundert und jüngst errichtet wurden, weisen insbesondere die Wohnhäuser noch die alten, ins 17. Jahrhundert zurückgehenden Kerne auf. Aufgrund der Parzellierung zu Hofstellen durch die Siedlungsgesellschaft Rheinisches Heim 1934 hat sich das Erscheinigungsbild der Gebäude empfindlich geändert. Abgebrochen wurde das 1743 errichtete Pfarrhaus. Das ehemalige Hofgut bildet eine Denkmalzone, die Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte überliefert.

Das unmittelbar am heute hier kanalisierten Bach gelegene Hofhaus gibt sich beidseitig von neuen Wirtschaftsgebäuden verlängert, durch seinen großvolumigen Baukubus zu erkennen. Das mächtige steilgiebelige, an den Giebeln abgewalmte Dach läßt eine Errichtung Ende des 17. Jahrhunderts vermuten, ein Umbau unter den Warsbergern erfolgte um 1790. Der zweigeschossige Putzbau aus starkem Mauerwerk läßt noch die regelmäßige fünfachsige Aufteilung mit quererschließendem Mittelflur erkennen. Durch innere Veränderungen, Fenstervergrößerungen und Fassadenverödung hat sich das Erscheinungsbild jedoch nachteilig verändert. Am oberhalb gelegenen Dreiseithof, der zu zwei Hofstellen geteilt wurde, gibt die Flurbezeichnung Unter dem Jägershaus einen Hinweis auf seine mögliche Funktion. Der langgestreckte, traufständig den Hofraum abschließende Satteldachbau läßt an der stark erneuerten Fassade das Schicksal der beiden Hälften erkennen (Fassadenrasur, eine Hälfte ziegel-, die andere schiefereingedeckt). An der Rückfront ist der ursprüngliche Charakter des von seiner stark geneigten Giebelform geprägten Gebäudes ablesbar. Die sparsame Verteilung von kleinformatigen, im Obergeschoß pfostengeteilten Fenstern, läßt auf eine Errichtung noch im 17. Jahrhundert schließen, die nördliche Gebäudehälfte wurde Ende des 19. Jahrhunderts um eine Achse in barocken Form verlängert. An der südlichen Haushälfte wurde ein Türsturz des 18. Jahrhunderts am Treppenaufgang eingesetzt. Um den, analog der Hausteilung, durch eine Mauer geschiedenen Hofraum, stehen drei Wirtschaftsgebäude, von denen die beiden seitlich stehenden Massivbauten vom späten 18. bzw. 19. Jahrhundert sind. [1]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wohn- und Wirtschaftsgebäude / Bäuerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Zeit:
1557
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.497609
lat: 49.612104
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Unter dem Jägerhaus

Internet
http://www.gemeinde-fisch.de

Datenquellen
[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 12.1
Kreis Trier-Saarburg. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms 1994.


Stand
Letzte Bearbeitung: 31.01.2005
Interne ID: 9279
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=9279
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