Ehemaliges Denkmal für Kaiser Wilhelm I.

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Domfreihof
Beschreibung
In der Zeit des II. Kaiserreiches (1871-1918) wurden in Deutschland unzählige Denkmäler errichtet. So war es nicht verwunderlich, dass auch Trier ein sieben Meter hohes Denkmal für seinen Großvater, Kaiser Wilhelm I., erhielt und zwar auf dem städtischen Domfreihof vor dem preußischen Regierungsgebäude im Angesicht des Domes, was für viele in dem katholisch geprägten Trier ein Stachel im Fleisch war. Man musste zuerst vor dem protestantischen Kaiser den Hut ziehen, ehe man in den Dom kam und Gott seine Reverenz erwies.

Das Standbild auf einem Sockel aus Syenit zeigte den Kaiser in Feldherrenpose, so wie er in der Erinnerung als Sieger in dem 1870 / 71 gegen Frankreich gewonnenen Krieg fortlebte.

Schöpfer des Bronzegusses war der Bildhauer und Erzgießer Ferdinand von Miller (1842-1929).

[...]

Im Mai 1923 stürzten, vermutlich Separatisten die Kaiserfigur vom Sockel. Dabei brach der Kopf ab. 1925 zur Jahrtausendfeier der Rheinlande stand Wilhelm I. wieder auf seinem Sockel.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Statue zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Nur ein knapp 50jähriges Leben war diesem prueßischen Denkmal in Trier vergönnt gewesen. Nichts ist übriggeblieben, und es gab auch keine Stimmen in Trier, das rekonstruierte Denkmal bei der Neugestaltung des Domfreihofes dort wieder aufzustellen, wie etwa am Deutschen Eck in Koblenz geschehen.



Zum letzten Bild:
"Auf dem Bild ist links mein Großvater Wilhelm Kramer aus 49751 Sögel mit seinem Kameraden zu sehen."

[Wilfried Hermes]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Miller von, Ferdinand (Erzgießer), München [1813-1887]
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Marken und Male / Denkmale
Zeit:
14.05.1893 (Enthüllung)
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.642788
lat: 49.756733
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Mitte/Gartenfeld

Datenquellen
Heinrich, Kopp, Münzel: Palais Walderdorff in Trier. Schöner Schein. Verlag des Trier-Forums. Trier 2000. ISSN:0935-7699

Bildquellen
Bild 1: Ansichtskarte von 1906
Bild 2: Ansichtskarte von 1940
Bild 3: Internet
Bild 4: Sammlung Wilfried Hermes.

Stand
Letzte Bearbeitung: 26.12.2011
Interne ID: 9542
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=9542
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